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Automobilclub Baden-Baden

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90 Jahre Automobilclub Baden-Baden

 

Die meisten der Motorsportclubs in unserer Gegend sind um die 50 Jahre alt. Der AC Eberstein feierte 2017 sein fünfzigjähriges Bestehen, der AC Bernstein Michelbach wurde zwei Jahre später gegründet und feiert dieses Jahr sein großes Fest Mitte Juni, dem AC Rheintal fehlen noch drei Jahre zum 50.

Bereits 40 Jahre früher, am 4.7. 1929 wurde unter dem Namen Automobil-Club Baden-Baden ein Club ins Vereinsregister eingetragen, der bereits seit 1921 neben automobil-sportlichen auch gesellschaftliche Veranstaltungen ausrichtete, wie das „Alte Schloss-Rennen“ in den Jahren 1924-26.

Seit 1921 war Baden-Baden mit jährlich stattfindenden Automobil-Turnieren deutschlandweit bekannt. Es gab verschiedene Disziplinen wie Tourenfahrten, Flach- und Bergrennen, Geschicklichkeitsturniere und ganz wichtig die Schönheitskonkurrenz mit abschließendem Ball im Kurhaus. Charly Kappler, Rudolf Caracciola, Hans Stuck, später dann Manfred von Brauchitsch, Huschke von Hanstein, Bernd Rosemeyer und Ferry Porsche alle starteten in Baden-Baden.

Um ein Verständnis dafür zu bekommen in welchem Zeitfenster wird uns befinden, hier einige Ereignisse des Jahres 1929: es fand zum ersten Mal ein Autorennen im Fürstentum Monaco statt, das seither von der Streckenführung fast unverändert als Rallye Montecarlo durchgeführt wird. Auch die erste „Oscar-Verleihung“ fand 1929 statt. Carl Benz und Wilhelm Maybach starben in dem Jahr und der 25. Oktober 1929 wird zum „black Friday“ als die New Yorker Börse crasht.

Bis zum Kriegsausbruch organisiert der AC Baden-Baden zahlreiche Veranstaltungen ehe die Aktivitäten 1940  aufgrund der äußeren Umstände fast völlig zum Erliegen kommen.

Bereits 1948 wurde der Automobilclub Baden-Baden wieder ins Leben gerufen. Durch die Erkrankung seines Präsidenten geriet 1953 die Existenz erneut in Gefahr, da sich die Vorstandsmitglieder über das weitere Vorgehen uneinig waren. 1955 wurde dann ein neuer Vorstand gewählt, durch einen großen Zulauf von Motorsport Interessierten boomte der Verein.

Standen Anfang der 60er Jahre noch überwiegend Geschicklichkeitsturniere auf dem Waldseeplatz auf dem Programm, der für viele Jahre Austragungsort der motorsportlichen Veranstaltungen war, folgte bald die Phase der Rallyes.

Ganz Südbaden war im Rallyfieber, jeder Club der etwas auf sich hielt, veranstaltete eines solche. Im Club waren viele junge Fahrer, die aktiv an den Rallyes und Slaloms teilnahmen und oft genug gingen die ersten Plätze an die Fahrer des AC Baden-Baden. In diesem Umfeld entstand die Mitternachtsrallye, eine der beliebtesten im ganzen ADAC – Gaus Südbaden. Sie lockte mehr 100 Fahrerteams nach Baden-Baden. Wurden die ersten Plätze anfangs noch unter 5-10 Autos aufgeteilt, änderte sich dieses als die besten Beifahrer der Rallye-Szene, allesamt im AC Baden-Baden beheimatet, Beifahrer-Lehrgänge anboten und den Co-Piloten zeigten, wie man Karten richtig liest und mit Zirkel und Tripmaster umgeht. Bald wurde es aber immer schwieriger Genehmigungen für Rallyes zu bekommen, was dann dazu führte, dass man Bergrennen und Slalomveranstaltungen auf abgesperrten Strecken und Plätzen fuhr.

1972 veranstaltete der AC Baden-Baden sein einziges Bergrennen, das von den Stadtwerken in der Waldseestraße zum Hofgut Fremersberg führte. Eine tolle Veranstaltung aber die immensen Kosten für Rennarzt, Krankenwagen, Feuerwehr, Genehmigungsgebühren, Versicherungen und Pokale und Siegerkränze waren so hoch, dass die Vereinskasse keine weitere Auflage verkraften konnte.

Zusammen mit den befreundeten ADAC Clubs Kehl und Gernsbach später kamen Sinzheim und Michelbach dazu, hob man den „Mittelbadischen Automobil-Slalom-Pokal“ aus der Taufe der bis zu 100 Teilnehmer anlockte und für die herausragende Organisation mit dem Prädikat „Deutsche Clubsport Mobil Meisterschaft“ ausgezeichnet wurde, was den AC Baden-Baden weit über die grenzen der Region bekannt machte. Als die allseits beliebte Strecke auf dem Waldseeplatz den immer strenger werdenden Vorschriften nicht mehr genügte, gelang es den Verantwortlichen auf dem 2000 geschlossenen Flugplatz in Oos eine Veranstaltung der Extraklasse mit über 110 Startern durchzuführen, ist aber seither auf der Suche nach einer neuen Slalom Hausstrecke.

Die Erfolge Michael Schumachers, der seine ersten Erfolge ja bekanntermaßen im Kartsport hatte, brachten die Jugendlichen des AC zu träumen und Anfang der 90er Jahre bot der Club ein wöchentliches Karttraining an. Was sie gelernt hatten zeigten und zeigen auch heute noch die jungen Rennfahrer in den vom ADAC in den Sommermonaten wöchentlich in ganz Süddeutschland ausgerichteten Kartslaloms.

Seit der Gründung bis zum heutigen Tag gehörten neben den motorsportlichen Aktivitäten auch touristische Aktivitäten zum Programm. An den Bildersuchfahrten in der 70er und 80er Jahren nahmen über 100 Teilnehmer teil. Den Abschluss bildete der große Ball im Kurhaus. Davon kann der Club heute leider nur noch träumen.

Am besten besucht ist das immer am Gründonnerstag stattfindende Mensch-ärger-dich-nicht-Turnier, das so um die 40 Teilnehmer anlockt, gut besucht ist auch das Neujahrsbrezel-Würfeln Anfang Januar mit um die 30 Teilnehmern. Im Mai findet ein Automobil-Geschicklichkeitsturnier statt, wo die Teilnehmer ihre Fähigkeiten im Einparken, Rückwärtsfahren durch Pylonen, Durchfahren einer engen Wegstrecke und möglichst nahes Heranfahren an ein Hindernis vorwärts und rückwärts auf Zeit demonstrieren können. Mitte September, wenn das Münchner Oktoberfest startet, findet das Rennen um den „Weisswurstpokal“ statt, bei dem sowohl die Jugendlichen Kartfahrer wie auch die erwachsenen Clubmitglieder ihr fahrerisches Können im Gokart beweisen können. Hierbei geht es nicht um die erzielte Geschwindigkeit, sondern um gleichmäßiges Fahren. Dreimal muss der Slalomkurs durchfahren werden, wer die geringste Zeitdifferenz in allen drei Durchgängen hat, gewinnt.

Wurde das 70jährige noch mit einem großen Ball in Abendkleidung im Kurhaus gefeiert, fehlen dazu heute schlicht die Mitglieder. Für das 90er Jubiläum hat man sich daher entschlossen am 30.6. eine „touristische Ausfahrt nach Roadbook mit autospezifischen Sonderprüfungen“ für die Vereinsmitglieder zu organisieren. Wer sich dazu nicht mehr in der Lage sieht, bekommt die Anschrift des ersten Etappenziels und des Ortes, wo der Abschluss stattfinden wird, damit er an der Feier teilnehmen kann.

 

 

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Letzte Änderung 09.06.19 | Impressum |